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Spielend lernen vs. spielerisch lernen

Posted in Lernen von learning4me - 29/05/2012
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„So, und nun spielt mal schön, ihr habt noch fünf Minuten Zeit.“ Grausame Vorstellung.

Behauptung: Nur wer die Möglichkeit hat, sich im Spiel zu verlieren, lernt spielerisch. Oder sollte ich sagen: lernt spielend?

Gibt es einen Unterschied zwischen „lernt spielend“ und „lernt spielerisch“? Vielleicht so: Es lernt der, der sowieso ein Lernschwamm ist, spielend und zwar egal ob das Zu-Lernende in Spielform oder in konventioneller Form dargeboten wird – es fällt ihm immer spielend leicht. Und der, dem dieses Spiel nicht innewohnt, braucht er die spielerische Darbietung viel dringender, um dem Lernstoff den (erlernten) Schrecken zu nehmen und einen anderen Zugang zu finden?

Haarspalterei? Mag sein.

Gewiss scheint mir jedoch, dass ein Spiel kein Spiel mehr ist, wenn die Motivation eine rein extrinsische ist („Deine Hausaufgabe bis morgen: 5 Spielpunkte erreichen“). Das heißt, der Hauptaugenmerk bei der Entwicklung eines pädagogisch eingesetzten Spiels muss auf der Erzeugung der intrinsischen Motivation liegen, und erst in zweiter Linie auf der inhaltlichen Seite – denn sonst ist alle Mühe vergebens.

Das macht das Geschäft aber auch so schwierig: einerseits zu dieser Einsicht zu gelangen (denn meist sind die inhaltlich Getriebenen diejenigen, die so eine Spieleentwicklung anstoßen und bestimmen) und andererseits die Motivationsumkehr zu schaffen (nein, vielleicht besser: Motivationsergänzung, denn die extrinsische Motivation schadet nicht, solange die intrinsische stark genug ist) .

Jedenfalls ist Game-based Learning eine groß(artig)e Herausforderung, die aber ob der genannten Schwierigkeiten meiner Einschätzung nach noch lange auf der Sehnsuchtsliste nicht nur des Horizon-Gremiums weit oben bleiben wird.